Geschichte Schalkhausens
gesprochen: Skalch-husen
Die Lage Schalkhausens in Bayern
So hörte sich im Mittelalter auf mittelhochdeutsch der Name des Dorfes Schalkhausen, heute Ortsteil der Stadt Ansbach in Mittelfranken an. Er wird von Schalk (Knecht, Unfreier, Diener) abgeleitet.
Urkundlich wird Schalkhausen erstmals in einem Dokument des Bischofs Embrico von Würzburg am 18. Oktober 1144 erwähnt. In diesem Dokument findet man den Namen Wolfram de Scalchusen vermerkt.
1157 wird in einem anderen Dokument ein weiterer Wolfram de Scalkehusen erwähnt der aber nicht mit dem erstmals erwähnten Wolfram identisch ist. Dieser zweite Wolfram wird als zweiter Advokat der Vogtei Dornberg aufgeführt.
Wappen der Herren von Dornberg
Man glaubt, dass sich bereits Ende des 11. Jahrhunderts ein befestigter Turmhügel in Schalkhausen (etwa im Bereich der heutigen Volksschule) befand.
Scalkehusen war damals der Sitz der Herren von Scalkehusen und gehörte zur Herrschaft der "Advokaten von Dornberg". Wahrscheinlich ist, dass sich die Familie der Dornberger Herren, die es zu Untervögten des Bischofs von Würzburg gebracht hatten, in zwei Linien teilte, deren eine in Dornberg und die andere in Schalkhausen saß. Die Herren von Schalkhausen hatten in Schalkhausen eine Wasserburg, die auf dem heutigen Hetzels-Garten, knapp hinter dem Schulhaus, gestanden sein soll.
Der Ort scheint wohl mindestens seit Beginn des 12. Jahrhunderts bestanden zu haben. Man glaubt, dass sich bereits Ende des 11. Jahrhunderts ein befestigter Turmhügel in Schalkhausen (etwa im Bereich der heutigen Volksschule) befand. Dies dürfte der Stammsitz der Edelfreien von Scalchusen gewesen sein. Aus Bodenfunden nimmt man an, dass das Gebäude zweimal abgebrannt ist, wann genau, ist nicht bekannt.
Die Wasserburg
- Von dieser Wasserburg war in neuerer Zeit noch ein Starker viereckiger Turm bekannt. Die Rundanlage mit Graben ist jetzt noch erkennbar.
Von dieser Wasserburg war in neuerer Zeit noch ein Starker viereckiger Turm bekannt. Die Rundanlage mit Graben ist jetzt noch erkennbar. Die neunzehn Fuß tiefen Grundmauern des viereckigen Turmes sind im Jahre 1737 ausgegraben und als Baumaterial verwendet worden.
In der Schalkhäuser Pfarrbeschreibung ist angeführt, dass im Jahre 1944 der damals 85 Jahre alte Herr Blümlein, zu dessen Anwesen der Burghügel und -graben gehörte, erzählte, dass er als junger Bursche 40 Klafter Steine dieses Turmes habe brechen und abtragen helfen, die zum Bau der Ansbacher Kaserne verwendet wurden.
Die Burg in Dornberg wurde etwa in der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts auf einem Hügel oberhalb des gleichnamigen Dorfes Dornberg, ca. 4 Kilometer von Schalkhausen entfernt, erbaut.
Graf Friedrich v. Oettingen
Die Herren von Schalkhausen und Dornberg hatten es mit Unterstützung des Bischofs von Würzburg zu Untervögten über das Stift und die Vogtei in Ansbach gebracht. Das Geschlecht der Dornberger scheint sehr begütert gewesen zu sein. So gehörte ihnen die Burg in Dornberg mit Vogtei über Stadt und Gumbertusstift in Ansbach, die Burg in Lichtenau. Dazu Liegenschaften in Hennenbach, Sachsen, Neunkirchen, Immeldorf, Schlauersbach. Es existiert ein Testament des Grafen Rudolf von Dornberg aus dem Jahre 1246, worin er die Veste Lichtenau im Falle seines kinderlosen Absterbens seiner Gemahlin Kunigunde als Widum (ist Witwensitz) vermachte.
Wappen von Oettingen
Das Geschlecht der Dornberger starb im Jahre 1288 in der männlichen Linie aus. Der letzte Dornberger Herr, Wolfram, war mit einer Adeligen namens Richerza, ein Name, der auch Rebekka gedeutet werden kann, verheiratet. Beide hatten drei Töchter. Zwei davon, nämlich Elisabeth von Dornberg und Anna von Dornberg, waren mit den Grafen Friedrich von Oettingen bzw. Ludwig von Oettingen verheiratet. Die dritte Tochter Kunigundis war verheiratet mit einem Herren von Heideck. Nach dem Tode des Vaters gingen die Besitzungen an die Töchter bzw. Schwiegersöhne über. So erbten die Grafen von Oettingen Burg Dornberg mit Vogteirechten über Stift und Stadt Ansbach. Die Burg Lichtenau sowie Vestenberg und andere Orte gingen an Friedrich von Heideck.
Die Grafen von Oettingen scheinen sich in der Folgezeit des öfteren in der Burg in Dornberg aufgehalten zu haben. So beurkundete der alte Graf Ludwig von Oettingen mit seiner Schwiegertochter Elisabeth, einer geborenen von Dornberg, im Jahre 1299 "in castro nostro dornbergensis". Im Jahre 1331 verkauften die Oettinger ihre onolzbachischen Besitzungen an den Burggrafen Friedrich IV. von Nürnberg. So kam Schalkhausen, Ansbach und das ganze Gebiet an das Geschlecht der Hohenzollern, nachdem es von 786 bis 1331 hoheitlich dem Bistum Würzburg angehörte hatte. Bleibt zu erwähnen, dass die Grafen von Heideck im Jahre 1406 ihre Besitzungen Lichtenau an die freie Reichsstadt Nürnberg zum Preis von 9760 Pfund Heller verkauft haben. Das dornbergische Erbe der Heidecker war aber Lehen des Bischofs von Würzburg. Dieser erhob deswegen Klage beim Königlichen Hofgerichts. Um einem Streit aus dem Weg zu gehen, verglichen sich die Heidecker mit dem Bischof. Sie gaben Ort und Schloss Vestenberg, das sie auch von Dornberg geerbt hatten, dem Bischof zu Lehen, dieser gab dafür Lichtenau von Lehensbande frei.
Sankt Nikolaus, Schalkhausen
Nach dem Aussterben der Dornberger Adelslinie fielen auch die Orte Dornberg und Schalkhausen in die geschichtliche Bedeutungslosigkeit zurück.
Zur einstigen politischen Gemeinde gehörten neben Schalkhausen und Dornberg auch die Orte Geisengrund, Steinersdorf, Neudorf, die Neudorfer Mühle, die Walkmühle und die Scheermühle. Geisengrund wird erstmals im Jahre 1577 erwähnt, Steinersdorf bereits 1436. Die Entstehung von Neudorf, der Neudorfer Mühle und der Walkmühle ist unbekannt, sehr alt scheint die Scheermühle zu sein. Um 1350 wird ein "Mulner an dem Scherothen-Weier" erwähnt.
Über die Gründung der Pfarrei ist zu berichten, dass in Schalkhausen früher mit Neunkirchen verbunden war. Dort war auch der Pfarrsitz. Im Jahre 1264, als Schalkhausen an Häusern und Bewohnern schon bedeutend zugenommen hatte, wurde "von den Edelleuten mit der ganzen Gemeinde Schalkhausen und einer ehrwürdigen Frau von Dornberg beschlossen", den Pfarrsitz von Neunkirchen nach Schalkhausen zu verlegen.
Ein Bewohner Schalkhausens gab eines seiner Häuser zum Pfarrhaus. Es ist vermerkt, dass dieses Haus hinter St. Niklas lag. Damit scheint auch bewiesen, dass es in Schalkhausen schon vor der Zeit von 1264 eine Kirche gegeben haben muss, die dem heiligen Nikolaus geweiht war.
Sie wurde mit der Verlegung des Pfarrsitzes erweitert und im Jahre 1264 neu geweiht. Nochmals erweitert dann 1839. Wenn von der Schalkhäuser Kirche die Rede ist, so darf der bekannte gotische Flügelaltar nicht unerwähnt bleiben. Er wurde am Tage Marie Lichtmess des Jahres 1421 aufgerichtet und steht seitdem an einer Stelle in der Schalkhäuser Kirche. Es handelt sich um einen gotischen Flügelaltar mit einem beweglichen und einem feststehenden Flügelpaar. Seine Entstehung liegt im dunkeln, doch wird vermutet, dass er aus der Schule Albrecht Dürers stammt.
Auf dem linken Predellaflügel des spätgotischen Altars ist zu sehen, wie Ritter St. Georg hoch zu Ross einen Drachen erlegt. Links dahinter steht eine weibliche Figur auf ansteigendem Gelände; sie trägt Kleidung aus der Zeit um 1500 und führt ein Tier (Schaf, Hund?) an der Leine.
Ausschnitt auf dem Altarbild der Nikolaus- Kirche
Altar der St. Nikolaus-Kirche in Schalkhaisen
Die Legende will wissen, dass es sich um ein Fräulein von Dornberg handle. Sie erzählt, dass sich das Fräulein beim Suchen ihres Lieblingslammes verlief und von einem frommen Einsiedler, den sie in ihrer Not in seiner Klause fand, wohlbehalten auf die Burg zurückgebracht wurde. Zum Dank ließ sie eine kleine Kapelle errichten, am heutigen Standort der Kirche. Wie gesagt, so weit die Legende. Im Hintergrund thront eine Burg auf steilem Fels.
Mit Sicherheit handelt es sich um eine Idealdarstellung aus der Zeit um 1500; es lag bestimmt in der Absicht des Künstlers, einen Bezug zwischen der Person und der Burganlage zu schaffen. Die Dornberg-Familie war bereits gut 200 Jahre ausgestorben, als das Bild entstand.
Zu erwähnen bleibt schließlich auch, dass Schalkhausen am östlichen Ortsrand ein Schlösschen hat, das einst von dem Ansbacher Hofbaumeister Leopold Retti als Sommersitz für den Freiherrn von Lyncher in einem schönen Park erbaut wurde. Es ist heute Sitz des Regionalfunks "Radio 8".
Da ich selbst eine gebürtige Schalkhäuserin bin, liegt sicher nichts näher, sich als Pseudonym den Namen „Efemia de Scalchusen“ zu wählen. Eine Efemia gab es nie im Geschlecht der Schalkhausen und Dornberg, aber dieser mittelalterliche Vorname hat mir gut gefallen.
Zwar habe ich noch im alten Krankenhaus in Ansbach (jetzt Landratsamt) das Licht der Welt erblickt, im Gegensatz zu meinen beiden Schwestern, die noch echte Hausgeburten in Ansbach und Schalkhausen waren, aber aufgewachsen und meine schöne unvergessene Kindheit und Grundschulzeit habe in und um Schalkhausen verlebt.
Nach ein paar Jahren „Auslandsaufenthalt“ in Colmberg hat es mich letztendlich, Gott sei dank, mit Mann und Kindern wieder in meine alte Heimat verschlagen.
Es grüßt Euch recht herzlich
Efemia de Scalchusen
Wer sich noch genauer über die mittelalterliche Geschichte von Schalkhausen informieren möchte, dem empfehle ich das sehr interessante Buch von Hermann Dallhammer „850 Jahre Schalkhausen“ - Schalkhausen und Dornberg Regionales Machtzentrum im 12. und 13. Jahrhundert - erschienen im Hercynia Verlag, Paul Schmidt, Ansbach ; Herausgeber: Hans Maurer
Die geschichtliche Abhandlung und alle Bilder wurden, etwas zusammengefasst, diesem Buch entnommen. Ich hoffe, der Verfasser hat nichts dagegen.

