Vor und nach der Mediatisierung 1802/03 |
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Ansichten Rothenburgs vor/nach der Mediatisierung
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Stadtansichten von Rothenburg gibt es heutzutage, wie jeder weiß, millionenfach: als Ansichtskarte, als Touristenfotos, in Reiseführern. Dass aber seit Jahrhunderten, schon lange vor der Entdeckung der Stadt durch den Fremdenverkehr, eine ungewöhnlich große Zahl von Gesamtdarstellungen, sog. "Veduten", der alten Reichsstadt existiert, ist wohl weniger bekannt. Auf diesen Sachverhalt hat Dr. Helmuth Möhring, Leiter des Reichsstadtmuseums, in der winterlichen Vortragsreihe des Vereins Alt-Rothenburg ein zahlreiches Publikum in der "Glocke" aufmerksam gemacht. |
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In der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts kam eine "aufgeklärte" Sichtweise zum Zuge. Johann Friedrich Schmidt präsentierte in seinen akkuraten Stichen 1762 ein aufgeräumtes, sauberes, zeitgemäßes Rothenburg, das es mit den fürstlichen Residenzen des Absolutismus durchaus aufnehmen konnte. Es handelte sich zugleich um eine gebändigte, symmetrische Welt im Kleinen, die auch die Natur in die rechte Form brachte und keinen Blick für das Ungeregelte, Undomestizierte besaß. Zusammen mit den naiv-unbeholfenen Zeichnungen aus der im Stadtarchiv lagernden Chronik des Johann Ludwig Schaefer (1729 - 1748) bilden die Druckgraphiken von Schmidt eine Quelle von unschätzbarem Wert zum Aussehen Rothenburgs vor dem Übergang an das Kurfürstentum Bayern 1802/03. Der brutale Rationalismus der bayerischen "Okkupanten" vernichtete ja in Rothenburg wie andernorts zahlreiche Baudenkmäler des Mittelalters, überwiegend geistliche, aber auch weltliche. Was wurde nicht alles geopfert, auf Abbruch und zum Preis der Quadersteine verkauft! Die imposante doppelgeschossige Michaelskapelle am Kirchplatz, die Kirche des Dominikanerinnenklosters, die Marienkapelle am Kapellenplatz, der "Pharamundsturm" usw. ! Andere Bauwerke überlebten diese Zeit des Umbruchs nur durch Zufall, so etwa die Kobolzeller Kirche. |
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