2007

Rückblick Vorträge für den Winter 2006/07

09.03.07
Dr. des. Claudia Steffes-Maus, Universität Trier
Der Rabbiner Mendel von Pappenheim 1383 in Rothenburg:
Innerjüdische Streitigkeiten im Spiegel christlicher Quellen

Die Referentin schreibt im Rahmen eines von Prof. Alfred Haverkamp, Trier, geleiteten Forschungsprojekts über Juden im mittelalterlichen Deutschland ihre Dissertation. Über die Ergebnisse von Michael Wehrmann, Die Rechtsstellung der Rothenburger Judenschaft (1976) hinaus kann sie neue Erkenntnisse vorlegen, weil ihr Quellen zu außerhalb der Tauberstadt tätigen Juden aus Rothenburg umfassend zur Verfügung stehen. Der Rabbiner Mendel von Pappenheim zählte 1383 zu den wichtigen Finanzleuten Oberdeutschlands. Damit gehört er in die Vorgeschichte der Zwangsenteignungen, welche König Wenzel und die Reichsstädte 1385 vornahmen. Im Rothenburg Heinrich Toppler besiegelte dies den Niedergang der Juden, die 1520 ausgewiesen wurden.


23.Februar 2007
Prof. Dr. Karl Borchardt, Rothenburg
Die ratsfähigen Familien der Reichsstadt Rothenburg im Wandel der Jahrhunderte


Das im 18. Jahrhundert angefertigte Schrag'sche Geschlechterbuch zählt zu den Zimelien des Stadtarchivs. Es enthält knapp über 400 fast durchweg farbige Wappenzeichnungen von führenden bürgerlichen Geschlechtern aus Rothenburg und aus anderen Reichs- und Landstädten Oberdeutschlands, mit denen Heiratsverbindungen bestanden. Anläßlich der gemeinsam mit dem Reichsstadtmuseum vorbereiteten Edition der Zeichnungen verfolgt der Referent Aufstieg und Niedergang der ratsfähigen Familien Rothenburgs vom Spätmittelalter bis zum Ende der Reichsstadt.

Hier der vollständige Vortragstext


19. Januar 2007
Hans Haider, Dombühl / Kloster Sulz
450 Jahre evangelisches Kloster Sulz


Offiziell führte im Markgraftum Ansbach der seit 1527 regierende Georg der Fromme die Reformation ein. Die Reichsstadt Rothenburg folgte 1544. In Kloster Sulz, im Grenzgebiet beider Territorien, erlaubte erst der Tod der letzten Prämonstratenserin Barbara von Seckendorff 1556 einen Neubeginn, an den der Referent mit seinem Jubiläumsvortrag erinnert. Facettenreich beleuchtet er eine schwierige, chancenreiche Übergangsphase und zeigt, welch tiefen Einschnitt die Reformation im Alltag und auf allen Feldern gesellschaftlichen Lebens darstellt.


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